Ella elle l’a – Ella, die Barbie ohne Haare hat das gewisse Etwas

Ella Barbie

Die französische Sängerin France Gall schrieb bereits 1987, mit ihrem Song „Ella elle l’a“, eine Hommage an Ella.
Ein Song der mich schlagartig in meine Kindheit zurückversetzt. In meinen Augenwinkeln blitzen die zahlreichen warmen Sommertage auf, an denen ich mit meinem Bruder und meinen Eltern im Auto saß, mein Vater am Steuer, seine Ray Ban Sonnenbrille auf der Nase und die vorderen Autofenster waren nach unten gekurbelt, in dem Versuch wenigstens etwas kühle Luft ins Auto wehen zu lassen. Sein linker Ellenbogen lag seelenruhig, als wäre das seine einzige Aufgabe im Leben, auf dem Fensterrahmen und mit seinem Zeigefinger tippte mein Vater die Melodie des Songs auf dem Lenkrad nach.

Ella hat’s

France Galls Hommage an Ella ist zwar nicht der Ellabarbie gewidmet sondern der legendären Jazz Sängerin Ella Fitzgerald. Jedoch beschreibt sie in ihrem Lied eine Frau, die durchaus mit der Ella, die ich in meinen Händen halte und die als Sinnbild vieler haarloser Frauen dient, mithalten kann.
„Ella elle l’a“ bedeutet übersetzt – Ella hat’s. France Gall singt über das gewisse Etwas von Ella, das andere nicht haben – eine ganz besondere Ausstrahlung und Erscheinung.

Ella, a friend of BarbieElla Barbie

Bis zu der Entstehung der Ellabarbie mussten jedoch nochmals 25 Jahre vergehen. Beckie Sypin und Jane Bingham ist es zu verdanken, dass die Firma Mattel sich 2012 dazu entschloss eine limitierte Barbie ohne Haare zu produzieren. Der Adressat dieser Barbiefreundin sind vorrangig Kinder, die an einer Krebserkrankung leiden oder deren Familienmitglied gegen Krebs kämpft. Mattel überraschte zahlreiche Kinder mit einer Ella.
Doch auch von Alopecia betroffene Kinder und Erwachsene können, danke der National Alopecia Areata Foundation (Kurz: NAAF) solche eine Mutmach-Barbie geschenkt bekommen. Die NAAF erhielt von Mattel eine begrenzte Auflage der Friend of Barbie, welche sie über ihre Website, ganz nach dem Prinzip, wer zuerst kommt malt zuerst, vergeben.

Wie die Ella zu mir kam

Nur durch Zufall bin ich auf die Bestellseite der NAAF gestoßen und dachte mir: Na da versuche ich doch mal zu Malen. Um eine Ella zu erhalten, kann ich nicht einfach Amazon anklicken und mir die Barbie fix bestellen. Die Ella ist und bleibt in keinem Store käuflich zu erwerben. Ihre selbstlose Aufgabe soll es bleiben, über den kostenlosen Weg, Betroffenen Freude und Energie zu schenken.
Obwohl ich kein Fan von Barbie bin und es auch nie war, denn ich gehörte eher zu dem Typ Mädchen, der seinen geschenkten Barbies die Haare verunstaltete und sie gegen die Dinosaurier und Indianer des Bruders kämpfen ließ, freute ich mich wie ein kleines Mädchen über das Paket der NAAF. Ich hab geschrien, wie zu Weihnachten als ich ca. acht Jahre alt war und mein erstes eigenes Fahrrad geschenkt bekam. Den Karton in meinen Händen haltend brabbelte ich in Endlosschleife „Nein, das glaube ich jetzt nicht“ vor mir her, lief mit der verpackten Barbie vor meiner Brust durch die Küche und traute mich nicht sie zu öffnen. Natürlich siegte die Neugier.
Sie ist perfekt. Eine Frau ohne Haare und genau das macht ihre besondere Erscheinung aus. Sie ist nicht wie die anderen Barbies. Sie ist viel schöner, ganz individuell. Sie hat ihre eigene Bühne.
Noch habe ich mich nicht getraut sie aus der Präsentationsverpackung zu befreien, aus Angst sie zu beschädigen. Lange halte ich es aber bestimmt nicht mehr aus. Ich bekomme wieder richtig Lust mich im Schneidersitz auf den Fußboden zu setzen und ihr diverse Kleider und Accessoires anzuziehen. Fehlt nur noch ein glatzköpfiger Friend of Ken und schon ist Ella nicht mehr die einzige ohne Haare und die Lovestory kann nachgespielt werden.

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