Jugendroman über Alopecia

Jugendroman über Alopecia

Buchempfehlung – „Nichts wünsche ich mir mehr!

von der Autorin Lena Hach

Einen Jugendroman über Alopecia in meinen Händen zu halten – meine Entzückung über dieses Ereignis ist grenzenlos. Die Tatsache, dass es einen Roman über Alopecia gibt ließ mich, ohne auch nur das Buch gelesen zu haben, jubelnd von meiner Couch aufspringen, die Arme in die Höhe reißen und die Hüfte schwingen. Mein Hund dagegen fand meinen One-Woman-Flashmob eher nervig. Er gähnte, schüttelte sich am Kopf beginnend Richtung Hinterteil, sprang von der Couch und ließ sich lieber unter dem Schreibtisch meines Freundes nieder, als weiterhin neben mir zu liegen. Auch gut, so gehörte die Couch für den restlichen Abend mir und ich konnte den Roman von Lena Hach verschlingen.

Ich habe den Roman regelrecht aufgesogen. Obwohl ich dem Alter für Jugendromane theoretisch entwachsen bin, hat mich das beim Lesen dieses Buches überhaupt nicht gestört.

Es geht um Katha

Die Geschichte über Katha, der Hauptprotagonistin des Buches, ist wundervoll einfühlsam und sehr witzig geschrieben. Katha ist ein wortgewantes junges Mädchen, die gezwungen ist, sich mit ganz neuen Problemen und Gefühlen auseinanderzusetzen. Ihr ganzes Leben verändert sich aufgrund der Diagnose Alopecia. Dabei hat sie so schon mit den typischen Problemen wie Liebe, Freundschaft und Familie zu kämpfen. Der Leser begleitet Katha bei allen Schritten der Erkrankung. Angefangen bei den ersten haarlosen Stellen, den zwecklosen Vertuschungsaktionen und ihrem Kahlschlag, über die erste Perücke bis hin zu ihrem Mut, Tuch statt Perücke zu tragen. Lena Hach hat es, durch ihre Figur Katha, geschafft dem Leser einen sehr einfühlsamen und passenden Einblick in die Gefühlswelt eines an Alopecia Erkrankten zu geben. Kathas Unsicherheiten, die Identitätskrise, Isolation und der Weg zur Selbstfindung. All das wird auf sehr empathische Weise beleuchtet.

Lovestory?

Natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen. Ich fühlte mich sofort zurückversetzt in die Zeit, als ich Sechzehn war und mit den Verwehungen der ersten großen Liebe zu kämpfen hatte. Damals hatte ich noch keinen kreisrunden Haarausfall und trotzdem jonglierte ich mit ähnlichen ambivalenten Gefühlen wie Katha. Nur dass mein Hauptfokus damals nicht bei meinen Haaren lag.

Lena Hach - Nichts wünsche ich mir mehr

Kaufempfehlung

Lena Hach schafft es das Thema Alopecia sowohl ernst als auch ironisch-komisch darzulegen und dabei keinerlei Mitgefühl zu erzeugen, sondern Stolz – Stolz und Respekt auf die Toughness von Katha.

Das Buch, „Nichts wünsche ich mir mehr!“, ist zwar als Jugendroman deklariert, jedoch ist es für jeden sehr lesenswert, der mit Alopecia konfrontiert ist oder sich für das Thema interessiert – definitiv ein Must-Have.

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