Buchempfehlung – „Samus ganzer Stolz – Ich bin anders. Na und?

Ein hübscher junger Igel, namens Samu, lebt in einem kleinen Igeldorf. Er ist der Schwarm der Igelmädchen. Doch plötzlich fallen ihm die ersten Stacheln aus. Samu versteht nicht warum seine Stacheln verschwinden. Er versucht seinen Stachelausfall zu kaschieren, aber vergebens. Samu verliert alle seine Stacheln und beginnt sich zu verstecken. Er findet sich nicht mehr hübsch und ist der Überzeugung, die anderen Igel werden ihm aus dem Weg gehen.
Das Kinderbuch „Samus ganzer Stolz – Ich bin anders. Na und?“ erschien 2014 über den KaleaBook Verlag. Die Autoren Jacqueline und Daniel Kauer, beide Grafikdesigner und Gründer des genannten Verlages, kreierten dieses Kinderbuch für ihren Sohn Eloy, der im Alter von 4 Jahren an Alopecia Areata Universalis erkrankte.
Samu durchlebt ein Bad der Gefühle, er isoliert sich, findet sich hässlich und glaubt, dass ihn kein Igelmädchen mehr zum Freund haben will. Was er nicht weiß ist, dass das Igelmädchen Ricky, ihn sehr gern hat und es ihr völlig egal ist, ob er nun Stacheln hat oder nicht. Mit Rickys Hilfe gelingt es Samu, sich so zu akzeptieren wie er ist und sich wieder schön zu finden. Am Ende der Geschichte wächst ihm sogar wieder der erste Stachel.
Begleitet wird Samus Geschichte durch sehr schön kolorierte Abbildungen, welche die verschiedenen Gefühls- und Akzeptanzstadien, die er durchlebt aufgreifen.
Die beiden Autoren schaffen ein ausgesprochen gutes Gleichgewicht zwischen Text und Bild, was es einem Kind erleichtert, der Geschichte zu folgen, auch wenn es sich das Buch allein, ohne einen Vorleser anschaut.

Wie das Buch mir half
Ich selber leide an Alopecia Areata Universalis. Ich arbeite mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Für mich war irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich ihnen erklären wollte, was ich habe, warum ich keine Augenbrauen mehr habe und warum ich eine Perücke trage. Als Hilfsmittel dafür nutzte ich das Kinderbuch.
Die Kinder haben das Buch verschlungen. Ich musste Samus Geschichte mehrfach vortragen und sie fragen  wiederkehrend, ob ich es ihnen nochmal vorlesen kann.
Mein Fazit zu dem Buch. Es ist nicht nur für betroffene Kinder ein tolles Buch, sondern auch für betroffene Erwachsene und auch für alle anderen, die nicht an Alopecia erkrankt sind. Samu ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass das Leben trotz einer Erkrankung schön und lebenswert sein kann.
Jeder ist in seiner Persönlichkeit sehr individuell und das macht uns interessant und einzigartig.  Nicht unsere Haare.

 

Wie genau ich das Kinderbuch in meinem beruflichen Umfeld nutzte, um über meine Erkrankung aufzuklären, lest ihr in meinem Beitrag: Nichts Besonderes, so soll es auch sein – Alopecia und Beruf vereinbaren

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